Daniela Renneberg

Wer bin ich

Als sie mit ihrem heute 15-jährigen Sohn schwanger war, wurde aus dem Hobby etwas mehr – heute ist die Malerei so etwas wie eine Berufung für Daniela Renneberg aus Lenglern. Die Spezialität der 53-Jährigen sind Porträts auf Schmirgelpapier, das Meisterstück zeigt die Queen.

„Porträts sind mein Markenzeichen, da erkennt man mich“, sagt Renneberg. Der besondere Reiz: „Wie kriegt man mit wenigen Strichen eine Charakterisierung hin?“ Das andere Markenzeichen ist seit rund einem Jahr der Untergrund – Schmirgelpapier, grob- und feinkörnig.

Per Fernstudium mit 80 Präsenzstunden im Jahr studierte Renneberg in den vergangenen fünf Jahren an der Akademie für Malerei in Berlin. Sie gehörte zu den älteren Studentinnen, „aber ich war die verrückteste in dem Haufen“, berichtet die Lenglernerin, die viele Jahre als Informatikerin war.

Ihrer Experimentierfreude war die Idee zum Schmirgelpapier geschuldet: Ihr sei gesagt worden, dass alles schon mal da gewesen ist – und prompt war ihr Ehrgeiz geweckt. Das Resultat: Porträts auf Schmirgelpapier in Orange und Schwarz.

Doch nicht nur die Exklusivität fasziniert am Material, vor allem auch die künstlerischen Möglichkeiten, die es bietet, findet sie anregend, wenn beispielsweise Kreide-Pastelle entstehen: „Ich stelle aus reinen Pigmenten Kreide her und verwende sie auf rauen Materialien. Und dann fangen die Farben an zu leuchten“, schwärmt Renneberg.

Kreide als flüchtiger Werkstoff passt gut zu Gesichtern findet sie. „Es ist auch eine Metapher: Wie weit wird der Mensch von der Umwelt geprägt?“ Ihre Bilder „haben Kraft, sind emotional, aber auch fragil“: der Mensch auf Schleifpapier, ein schützenswertes Objekt – in Zeiten der Corona-Pandemie ein passender Ansatz.

„Mich interessiert nicht, was es gibt, sondern etwas anderes“, sagt Renneberg über ihren künstlerischen Anspruch. In ihrem Atelier in Lenglern wird seit einiger Zeit auch größerformatig gemalt und vor allem auch so grobkörnig, dass das Bild verpixelt. „Es ist ganz spannend, denn jeder sieht im Porträt etwas anderes“, sagt sie. „Ich suche Kunst-Verbündete, Künstler-Kollegen, Wissensträger, Sammler, Galeristen, Kunstagenten, Begeisterungsfähige offene Menschen, die sich auf ein Abenteuer mit meinem Werk und mir einlassen. Menschen, mit denen ich mich auf Augenhöhe austauschen kann. Die meinen künstlerischen Ansatz nicht in Frage stellen, sondern mir helfen, ihn zu entfalten.“

Wie können Sie während Corona helfen?

Atelierbesuch, Möglichkeit, in Galerie, Kreishaus oder Künstlerhaus auszustellen.

Daniela Renneberg