Rock unterm Hünstollen

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Musikfans aus dem ganzen Landkreis verschlägt es jährlich zum Benefizkonzert „Rock unterm Hünstollen“ in Holzerode. Für dieses Jahr wurde es abgesagt – dafür planen neue Organisatoren fleißig das Konzert für 2021.

Das Benefizkonzert „Rock unterm Hünstollen“ wird im Juni nicht wie geplant in Holzerode gefeiert. Wie viele andere Veranstaltungen wurde auch diese abgesagt, um der Verbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Zum zehnten und letzten Mal wollte Familie Ronge das Konzert organisieren. Eine gute Nachricht haben die Holzeröder immerhin: Im nächsten Jahr wird wieder abgerockt – dann wird das Musik-Event vom Ehepaar Jan Linke und Astrid Finke organisiert.

Das Open-Air Konzert wird seit neun Jahren in Holzerode veranstaltet. Ein Mal im Jahr rocken Menschen aus dem ganzen Landkreis auf dem Grillplatz des Orst ab. „Unterm Hünstollen“ befindet sich der Platz, womit der Aussichtsturm gemeint ist, der auf einer Erhebung in Holzerode steht. „Etwa 500 Menschen strömten jährlich zu dem Konzert“, berichtet Ulrike Ronge. Etwa 54 000 Euro sammelten sie in diesen Jahren und spendeten es der Häuslichen Kinderkrankenpflege Göttingen.
Von der Tochter inspiriert

Familie Ronge hat eine einmalige Veranstaltung nach Holzerode gebracht – an keinem anderen Tag geht es so wild in dem kleinen Ort zu. Die Idee kam Ulrike Ronge und ihrer Tochter, Julia, auf der Heimfahrt vom „Rock am Waggon“ in Klein Wiershausen. „Meine Tochter war damals 15 Jahre alt und total begeistert von dem Rock-Ereignis. Sie fragte mich: Warum können wir so etwas nicht auch in Holzerode machen?“

Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter startete sie das Projekt. Inzwischen ist das Benezifkonzert in Holzerode und vielen Nachbarorten bekannt. „Die Bands haben sich stets bei uns beworben und wir wählten die Musiker aus, die wir am besten fanden“, sagt sie. In diesem Jahr wären folgende Bands aufgetreten: „So Big“, „The Jenglers“, „Letters Sent Home“, „Morlas Memoria“, „Copperhead Road“ und „Zwischen Nord und Süd“.

Die Ronges bezeichnen das Konzert als „ihr Kind“ – mit viel Leidenschaft organisierten sie es, mit viel Herzschmerz sagten sie es in diesem Jahr ab. „Länger als zehn Jahre wollten wir es aber nicht veranstalten: Das haben wir uns vor ein paar Jahren so vorgenommen“, so Ulrike Ronge. Umso mehr freue sie sich, dass sich neue Organisatoren gefunden haben.
Mit Leidenschaft für die Musik

„Es hieß irgendwann, dass die Ronges das Konzert nicht mehr weiter veranstalten würden. Da dachten mein Mann und ich: Ne, das geht gar nicht, dass so ein schönes Event nicht mehr stattfindet!“, so die neue Organisatorin Finke. Dem Ehepaar sei bewusst, dass viel Arbeit hinter dem Projekt steckt. Musik sei aber die Leidenschaft der beiden. Für sie bedeute die neue Herausforderung in erster Linie Spaß und nicht Arbeit.

Mit einigem Vorwissen gehen Finke und Linke an das Projekt heran: Beide haben Erfahrung mit Vermarktung, da sie selbständige Unternehmer sind. Mit diesen Erfahrungen setzten sie sich bereits an die Planungen für das Konzert im Jahr 2021. Zuerst brachten sie ihre eigene Note in die Veranstaltung ein, indem sie eine neue Internet- und Facebookseite gestalteten. Außerdem fanden sie: Ein Logo muss her, das sofort mit dem Konzert in Verbindung gebracht werden kann.

Auf ihren Seiten im Internet prangert dieses neue Logo: Es zeigt Umrisse des „Hünstollens“ und den Schriftzug „Rock unterm Hünstollen“. „Auf jeden Fall soll es im nächsten Jahr wieder rockig zugehen“, sagt Finke. Es solle wieder ein Benefizkonzert werden, bei dem die Erlöse vermutlich erneut an die Kimbu gehen. „Zwei Bands, die in diesem Jahr auftreten wollten, haben wir für das nächste Jahr wieder eingeladen. Neu wird ein Kinderprogramm sein, das wir planen möchten.“

Rock unterm Hünstollen