Der SS-Mann Johann Niemann, stellvertretender Kommandant von Sobibor, präsentierte sich seiner Familie aus der Ferne als fürsorglicher Ehemann und Vater. Während er in Sobibor an der Rampe Familien auseinanderreißen ließ und Männer, Frauen und Kinder in den Tod schickte, ließ er sich von Eda Lichtman und anderen jüdischen Gefangenen Geschenke für seine Ehefrau und seine beiden Kinder im niedersächsischen Völlen zusammenstellen und verpacken.
Sobibor war eine von drei zentralen Mordstätten der „Aktion Reinhardt“. Zwischen 1942 und 1943 wurden dort etwa 180.000 Jüdinnen und Juden in den Gaskammern ermordet. Am 14. Oktober 1943 wagten die Gefangenen einen Aufstand. Etwa 300 Menschen gelang die Flucht aus dem Lager. Über Jahrzehnte blieb Sobibor danach einer der weniger bekannten Orte des Holocaust.
Der Vortrag zeichnet die Geschichte des Vernichtungslagers nach und bezieht dabei auch die vor zehn Jahren entdeckten privaten Fotografien des NS-Täters Johann Niemann ein.
Vortrag mit Dr. Steffen Hänschen, Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V.
Die Veranstaltung findet in der Reihe "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Das Gesamtprogramm gibt es im Oktober hier: https://gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus.de