F. W. Bernstein - Eine Bistro-Ausstellung bei laufendem Betrieb

Status
Findet planmäßig statt
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Wenn der Cartoonist, Satiriker und Humorist F. W. Bernstein alias Fritz Weigle (1938–2018) mit einer Ausstellung ins APEX kommt, finden zwei alte Bekannte wieder zusammen. Beide betraten Anfang der 70er Jahre die Göttinger Bühne; die Galerie APEX wurde eröffnet, und Bernstein zog von Frankfurt nach Göttingen. Seine Arbeiten, die leichtfüßig und unverfroren daherkamen, wurden dort gezeigt. Der Kontakt sollte über vier Jahrzehnte währen; Bernstein war immer wieder mit Ausstellungen und Lesungen präsent. 

Er gehörte zum Kern der Neuen Frankfurter Schule, die Anfang der 60er Jahre aus der Redaktion der Satire-Zeitschrift Pardon hervorging, zu der u.a. auch Robert Gernhardt, F. K. Waechter und Eckhard Henscheid gehörten. Zusammen mit Gernhardt und Waechter schuf Bernstein bei Pardon die Nonsens-Beilage Welt im Spiegel (Wims), die für lange Zeit Kult-Status bei Satire-Fans hatte und einen ganz neuen, ungewohnten Ton im Nachkriegsdeutschland anschlug. Über 50 Jahre lang publizierte er als Cartoonist, Autor und Illustrator und war ab 1985 der vermutlich weltweit einzige Professor für Karikatur und Bildgeschichte an der Hochschule der Künste Berlin. Und der Satirepreis Göttinger Elch (Bernstein erhielt ihn 2003) verdankt ihm seinen Namen: Von ihm stammt der legendäre Zweizeiler „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“. Jacqueline Amirfallah und Wolfgang Nisch, Inhaber des gastronomischen Betriebs Apex trinken+essen in der Burgstraße 46, stellen sieben Jahre nach dem Tod des Künstlers die Räume des Restaurants für Bernstein zur Verfügung. 

Ausgerichtet wird die Ausstellung von der Familie Fritz Weigles, gefördert wird sie von der Göttinger Kulturstiftung sowie der Litfin-Stiftung und unterstützt durch den APEX Kultur e.V. und die Kunstsammlung der Göttinger Universität. Gestaltet wurde sie vom Ausstellungsgestalter Matthias Wittig (fernkopie, Berlin), der auch aus Göttingen stammt. Er und Bernsteins Sohn Konrad Weigle haben die Ausstellung aus den Nachlässen in Berlin und Frankfurt (CaricaturaMuseum) kuratiert. 

Da das APEX heute keine Galerie mehr ist, braucht es eine unkonventionelle Präsentationsform, die schauenden wie schmausenden Bistrogästen gleichermaßen gerecht wird. In den charmant verwinkelten Räumen ist Entdeckergeist gefragt: Für einige Besucher werden es Wiederentdeckungen sein. Viele werden ihn neu entdecken: den „Zauberzeichner“ und „Universalkönner“, wie Oliver Maria Schmitt ihn in einem Buch über die Neue Frankfurter Schule nannte. 

Es werden Engel in erstaunlichen Lebenslagen zu sehen sein, Selbstporträts an allen möglichen und unmöglichen Orten des Bistros sowie Leute der späten 70er und frühen 80er Jahre auf Göttingens Straßen; und es wird endlich eine Antwort auf die Frage geben, wer in den Himmel kommt (und wer nicht). Auch Bernsteins Lyrik wird ein sichtbarer Teil der Ausstellung sein. Neben vielen großformatig reproduzierten Werken präsentiert die Kunstsammlung der Georg-August-Universität Originalgrafiken aus den Beständen der Schenkung Antje und George Bodenstein.

Veranstaltungsort

Veranstaltungsort
Adresse

APEX
Burgstraße 46
37073 Göttingen
Deutschland

Verortung
Art der Veranstaltung
Vor Ort

Veranstalter:in

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