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Denkmalfest der Stadt Herzberg am Harz in Kooperation mit Heimat und Geschichtsverein Herzberg e.V. und Förderverein für Kirchenmusik St. Nicolai e.V. sowie Ev.-luth. Nicolaikirchengemeinde Herzberg.
Die Nicolai-Kirche wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Ihr Turm ist wesentlich älter und entstammt der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg. Baumeister war Friedrich August Ludwig Hellner. In einem Grabgewölbe unter der Sakristei der Kirche befindet sich die sogenannte Fürstengruft. Der Taufstein der Kirche wurde aus der alten Schloss-Kapelle übernommen. Die Engelhardt-Orgel ist mit 2 Manuale, Pedal, 36 klingende Stimmen mit 2275 Pfeifen die größte Denkmalorgel Norddeutschlands.
GÖRDA
Indietronica / Chamber Pop
Görda sind unkonventionell, detailverliebt und gehen ihren Weg abseits der Formatradiosounds. Ein hocherfreulicher Geheimtipp der deutschsprachigen Musikszene.
Görda ist das Duo der Musikerinnen Sophia Günst und Annelie Weißel. Ihr Sound vereint introvertierten Indie-Pop mit tanzbaren Grooves, kluge Texte mit atmosphärischer Tiefe.
Kennengelernt haben sie sich in der Schule im hohen Norden, ihre ersten Songs aber schrieben sie am anderen Ende der Welt: als Straßenmusikerinnen in Neuseeland, wo sie im Auto lebten und die Geschichte von Görda, der Gans, erfanden. Eine, die immer weiterzieht, wenn sie kalte Füße bekommt – Sinnbild für die musikalische Reise der beiden.
Mittlerweile in einer Band-WG in Leipzig zuhause, verfeinerten sie ihren Sound zwischen Homestudio, Küche und Balkon. Ihr gemeinsames Songwriting dreht sich um Identität, zwischenmenschliche Verwirrungen und gesellschaftliche Träume. Stimme, E-Bass, Cello, Querflöte, Synthesizer und Beats verschmelzen zu mitreißenden Klangwelten.
Gördas Live-Auftritte sind intensives Zusammenspiel und spontaner Dialog, ihre Musik poetisch und voller Energie. 2025 werden sie durch die Initiative Musik gefördert, bereits 2022 gewannen sie mehrere Preise im Local Heroes Bundesfinale.
Carsten-Stephan Graf v. Bothmer
Berlin: Sinfonie der Großstadt (Walther Ruttmann, D 1927)
Live Neuvertonung an der Engelhardtorgel
Flecken und Großstadt – Stummfilm mit Live-Musik auf der Engelhardt-Orgel: (Plus: historische Kinowerbung, PopCornn & Herzberg 1927)
Stephan Graf v. Bothmer: Die Sinfonie einer Großstadt zeigt den Tagesablauf in Berlin der 20er Jahre. Zu sehen ungestellte Außenaufnahmen: Brötchen auf einem Backblech in einer Bäckerei hüpfen, zeigt die Füße der Arbeiter, die zur Arbeit schreiten, Soldaten und Rinderherden. Am Abend schließlich halten die Maschinen in den Fabriken an, und die Stadt wechselt ihre Kleider: Leuchtreklamen erhellen die Einkaufsstraßen und werfen Licht auf Revuen, Theater, Kneipen und auf das abendliche Glücksspiel
Die berühmteste künstlerische Darstellung der vielstimmigen Geräuschwelt Berlins in den 1920er Jahren war ein Stummfilm: Walter Ruttmanns Berlin – Die Sinfonie der Großstadt von 1927. Ruttmann drehte allerdings nicht nur diesen Film, sondern schuf drei Jahre später auch die erste Klangcollage der Radio- und Hörspielgeschichte.
Unter dem Titel Weekend hielt er ein typisches großstädtisches Wochenende allein mit Geräuschen fest. Neben der Arbeit hört man den Verkehr, die Konsumwelt der Warenhäuser und die Ruhe der sonntäglichen Fahrt ins Grüne. Besonders der Lärm des Verkehrs und des öffentlichen Lebens war um 1930 nicht nur in Berlin, sondern in allen industrialisierten Großstädten der Welt ein viel diskutiertes Thema.
- Produktionsland:
Deutschland - Originalsprache:
Deutsch: - Erscheinungsjahr:
1927 - Länge:
64 Minuten - Regie:
Walther Ruttmann - Drehbuch:
Karl Freund, Carl Mayer, Walther Ruttmann - Original Musik:
Edmund Meisel - Neuvertonung:
Carsten-Stephan Graf v. Bothmer - Kamera:
Robert Baberske, Reimar Kuntze, Karl Freund, László Schäffer - Schnitt:
Walther Ruttmann
Carsten-Stephan Graf v. Bothmer
"Stephan v. Bothmer gehört zu den angesagtesten Stummfilmmusikern in Deutschland." (Komische Oper Berlin) Der Pianist füllt Konzertsäle auf fünf Kontinenten mit seinen spektakulären Stummfilm-Konzerten. Bisher hat er über 2000 Stummfilme vor über 300.000 Gästen vertont. Das hätte er sich selbst nie träumen lassen. Es sind einfach immer mehr geworden.
"Der Nachfolger Willy Sommerfelds" (Willy Sommerfeld) hat in zahlreichen deutschen Städten und im Ausland gastiert und sich als vielseitiger, sein Publikum packender Künstler einen Namen gemacht. So spielte er beim Schleswig-Holstein-Musik-Festival in Hamburg und Lübeck, auf dem Rock-Pop-Festival "Berlin-Festival" im Flughafen Tempelhof – nach Björk und den Pet Shop Boys, im Admiralspalast Berlin, im Berliner Dom, im Wintergarten Varieté Berlin, in der Laeiszhalle Hamburg und in großen Konzerthäusern wie in intimen Theatern weltweit. Ebenso trat er an besonderen Orten wie im Gefängnis Herford und im Nilpferdhaus des Berliner Zoos auf. Zusammen mit Bischof Markus Dröge gestaltete er den ersten Stummfilm-Gottesdienst überhaupt.
Seine Komposition zum Stummfilm "Madame Dubarry" wurde von ARTE im April 2008 ausgestrahlt und im Mai wiederholt. ZDF, 3Sat und Premiere spielen seine Filmmusik. ProArte, Hamburgs renommierteste klassische Konzertagentur, präsentierte Graf Bothmer in der Laeiszhalle Hamburg. ProArte holt Pianisten wie z.B. Lang Lang nach Hamburg.
Im Oktober 2004 qualifizierte sich Stephan v. Bothmer während des "Le Giornate del Cinema Muto" in Pordenone (Italien) für einen Meisterkurs für Stummfilmpianisten aus aller Welt – als einer von vier Stummfilmpianisten weltweit.
Bothmers Interpretationen, die auf einer klassischen Ausbildung an der Universität der Künste Berlin gründen, zeichnen sich durch pianistisches Können und Einfühlung, kompositorischen und improvisatorischen Wagemut sowie die souveräne Zusammenführung klassischer und moderner Traditionen aus. Egal, ob er als Solist am Flügel oder an der Kinoorgel auftritt oder als Leiter eines Ensembles: Film und Musik verschmelzen in seinen StummfilmKonzerten zu einer neuen, expressiven Einheit.
Sein Repertoire reicht von den Klassikern des deutschen, russischen und amerikanischen Stummfilmkinos bis hin zu unbekannten Werken, die er wiederentdeckt und zu neuem Leben erweckt hat. Vom monumentalen Science-Fiction-Spektakel über schwermütige Melodramen und düstere Thriller bis hin zur sommerlich beschwingten Komödie – er beherrscht sein Fach virtuos.
Für jeden Film erfindet Stephan v. Bothmer eine neue, einzigartige Musik, welche seine Tiefen auslotet, ohne sich selbst zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Denn erst Bild und Musik gemeinsam erzeugen das Großartige: Das StummfilmKonzert, das die existenziellen Tiefen des Menschen berührt.
Seine Neukompositionen zu den Filmen "Die weiße Hölle vom Piz Palü" (Arnold Fanck), "Madame Dubarry" (Ernst Lubitsch) und "Zuflucht" (Carl Froelich) wurden vom Staatsorchester Braunschweig auf dem filmfest Braunschweig (2002, 2005 und 2007) uraufgeführt. Seine Neukomposition "Zur Chronik von Grieshuus" (Arthur von Gerlach) wurde im Rahmen der Braunschweiger Tage für Neue Musik 2013 uraufgeführt.
Im März 2007 interpretierte er in seinem Stummfilm-Marathon alle 21 erhaltenen Lubitsch-Stummfilme an zwei Tagen: am Sonnabend von 11 Uhr bis 1 Uhr nachts und am Sonntag von 11 bis 3 Uhr nachts.
Das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft 2008 begleitete Stephan v. Bothmer an der Kirchenorgel: Bild auf die Leinwand, Ton aus, die Orgel interpretiert das Spiel. "Die Sprache der Orgel ist schonungsloser als die herkömmlicher Reportagen. Am Ende kompensieren die deutschen Fans ihre Trauer über das verlorene Finale mit stehenden Ovationen für einen heißen Kandidaten um den Titel eines Europameisters der Fußballkommentatoren. In jedem Fall ist von Bothmer der Beweis gelungen, dass nicht nur in der Kunst der Stummfilmbegleitung, sondern auch in der Tradition der Orgelimprovisation ein Riesenpotenzial steckt." (Der Tagesspiegel)
Mit seinen Fußball-Konzerten schuf er eine vollkommen neuartige Show aus Sport, Musik und nervenzerrendem Drama. Ebenso interpretierte er die WM 2010, die EM 2012, die WM 2014 und nun die EM 2016.
Am 1.3.2010 stellte er als erster Musiker eine neue Musik zur restaurierten Fassung von METROPOLIS (1927 / 2010) für Fügel Solo vor, am 2.3.2010 eine zweite Komposition für Ensemble.
Nicht nur mit Tönen arbeitet Graf v. Bothmer seit 25 Jahren für den Stummfilm. So ist er Herausgeber von über 150 Programmheften, deren Artikel von renommierten Filmhistorikern geschrieben und zusammengetragen wurden. Er war Referent beim "Kolloquium im Filmmuseum Berlin – Der Frühe Film" und beim Internationalen Round Table des filmfest Braunschweig. Er gibt Meisterkurse für Musiker und Musikstudenten in verschiedenen Ländern sowie Workshops für Kinder und Jugendliche. Göttliche Diven, skrupellose Ganoven und skurrile Gestalten erstrahlen durch seine Musik in neuem Licht.
Seine StummfilmKonzerte sind die erfolgreichsten Stummfilmaufführungen ihrer Art in Deutschland. Friedemann Beyer, ehemaliger Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, hält die StummfilmKonzerte für einzigartig in Deutschland, der Leiter des filmfest Braunschweig, Volker Kufahl, sagte: "Unter den Titel 'Popularisierung des Stummfilmes' muss man den Namen 'Stephan von Bothmer' setzen."
Stephan v. Bothmers Filmmusiken gibt es nicht nur live. Er hat zahlreiche Kurzfilme vertont, die auf ZDF, ARTE, Premiere, 3Sat und der Deutschen Welle liefen.
Ausbildung
Bothmer studierte Klavier u. a. bei den Professoren Robert Henry, Sorin Enerchescu, Rolf Koenen und Georg Sava in Berlin und Hamburg. Sein Examen im Fach Klavier legte er an der Hochschule der Künste Berlin mit der Bestnote 1,0 unter besonderer Erwähnung der herausragenden interpretatorischen Leistung ab. Daneben studierte er an der Jazz- und Rockschule Freiburg und spielte in zahlreichen Bands. Intensive Studien außereuropäischer Musik, insbesondere afrikanischer und asiatischer Musik, experimenteller und Neuer Musik folgten.
Tickets:
Vorverkauf:
12 € / 8€ (erm.)
Bei:
Tourist-Information Herzberg am Harz
Schreibwaren Lachnit Herzberg
Online:
www.herzberg.de/tod2025
(Button: „Zur Anmeldung“)
Abendkasse:
16 € / 12 € (erm.)