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Die aktuelle Ausstellung „hautnah“ in der Sammlung der Gipsabgüsse zeigt, dass im antiken Griechenland nicht nur Marmorfiguren, sondern auch Bronzestatuen farbig gestaltet waren. Denn das Ziel und die Fähigkeit der griechischen Meisterbildhauer war es, täuschend lebensechte, ‚hautnah‘ erlebbare Figuren zu schaffen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vier maß- und materialgetreue Rekonstruktionen von Schlüsselstücken der griechischen Bronzeplastik. Neben diesen wertvollen Leihgaben werden auch kolorierte Gipsabgüsse der wichtigsten griechischen Bronzestatuen aus den eigenen Beständen der Göttinger Sammlung gezeigt.
Zu ihnen zählt die Statue des Wagenlenkers von Delphi. Sie gehört zu den wenigen klassischen Großbronzen, die nicht unter Wasser, sondern in der Erde gefunden wurden. 1896 kam sie bei den französischen Ausgrabungen in Delphi in der Nähe des Apollontempels zu Tage. Offenbar war sie bereits etwa 100 Jahre nach ihrer Aufstellung durch einen Erdrutsch verschüttet worden und dadurch späteren Metallräubern entgangen.
Der Wagenlenker war Teil eines bronzenen Viergespanns, das der reiche sizilianische Pferdebesitzer 478 oder 474 v. Chr. nach einem Sieg im Wagenrennen in Delphi aufstellen ließ. Damit ist der Wagenlenker von Delphi die am genauesten datierte griechische Bronzestatue. Mit den klaren, ruhigen Formen von Kopf und Gewand ist sie ein Meisterwerk des sog. Strengen Stils.
Der Wagenlenker ist das Hauptthema der Führung, doch wird auch ein allgemeiner Überblick über die Ausstellung gegeben.
Veranstaltungsort
Veranstaltungsort
Archäologisches Institut und Sammlung der Gipsabgüsse
Nikolausberger Weg 15
37073 Göttingen
Deutschland