Was ist das?
Ein Bettgestell, das im Jugend-KZ Moringen von Häftlingen genutzt wurde. Nach 1945 wurde es von Privatpersonen weiter in einem Ferienhaus als Kinderbett genutzt, daher die bunten Sticker.
Warum ist es für dich persönlich ein besonderes Objekt?
So wie das Bett auf den Fotos zu sehen ist, stand es in der Ausstellung „Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben“ zu den Jugend – Konzentrationslagern Moringen und Uckermark. Da ich die Organisation dafür übernommen habe, habe ich mich viel mit dem Objekt befasst und erkannt, wie viel dieses Bettgestell erzählt. Von der Erschöpfung, der mangelnden Erholung, dem strengen Lageralltag, der Schikanen der SS durch nächtliche Appelle in der NS-Zeit bis zur Nachnutzung, Aufarbeitung und Erinnerungskultur.
Was erzählt es über Südniedersachsen?
Das Gestell ist ein Übergang vom harten Lageralltag zur Nacht, die vermeintlich der Erholung dienen sollte. Da die Jugendlichen aber auf Strohsäcken schliefen, auch bei Kälte nur dünne Decken und Kleidung hatten und weiterhin der willkürlichen Gewalt der SS ausgeliefert waren, kann davon nicht die Rede sein. Außerdem zeigen die Sticker auch wie Aufarbeitung und Erinnerungskultur nach dem zweiten Weltkrieg teilweise versagten.
Wie kam es ins Museum?
Die inzwischen erwachsenen Kinder räumten das Ferienhaus ihrer Eltern in Volpriehausen aus, wunderten sich dabei über die Prägung „JULA Mo“ auf ihrem alten Kinderdoppelstockbett, recherchierten und fanden heraus, dass dies für Jugendlager Moringen stand. Daraufhin spendeten sie das Objekt 2016 an die Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e. V..
Wo kann man es sehen?
Zuletzt war das Bett in der temporären Ausstellung zu den Jugend-KZ Uckermark und Moringen in der Stadthalle Moringen Anfang dieses Jahres zu sehen. Inzwischen ist es wieder in unserem Archiv verstaut, doch es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir es temporär ausstellen. Bei weiterem Interesse kann man sich gerne in der Gedenkstätte melden.
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