Was ist das?
Eine Kuh steht inmitten einiger friedlicher Schafe in einer weitläufigen Hügellandschaft und schaut unverwandt aus dem Bild heraus, während am linken Bildrand im Mittelgrund ein Schäfer auf einem Holzgatter sitzt und die Tiere beobachtet. Dieses in der Kunstgeschichte auch als Pastorale bezeichnete Sujet war im 18. Jahrhundert außerordentlich beliebt und es gab einen Porzellanmaler in Fürstenberg, der sich diesem Themenkreis und überhaupt der Landschaftsmalerei besonders widmete: Pascha Johann Friedrich Weitsch (1723–1803).
Warum ist es ein besonderes Objekt?
Weitsch hat dieses kleine Fliesenbild in vergoldetem Holzrahmen gemalt – und signiert! Letzteres ist sehr ungewöhnlich in der Porzellanmalerei dieser Zeit, denn die Malerei in den Manufakturen sollten keine individuellen Kunstwerke schaffen, sondern möglichst effizient in Serie arbeiten. Doch mit einem kleinen „W.“ auf dem Felsbrocken links am unteren Bildrand setzte der Künstler ein selbstbewusstes Zeichen. Tatsächlich handelt es sich um die einzige bekannte Porzellanmalerei von Weitsch, die signiert ist. Deshalb ist das Objekt für die kunsthistorische Forschung geradezu unschätzbar wertvoll als Referenzwerk.
Detailaufnahme der Bildplatte des Porzellanmalers Weitsch mit dessen Signatur
Wie kam es ins Museum?
Die Bildfliese gehört zur berühmten Sammlung Reichmann, die sich seit 2015 als Dauerleihgabe im Museum Schloss Fürstenberg befindet. Der Sammler Max-Gerd Reichmann hatte über Jahrzehnte hinweg mit viel Leidenschaft eine der exquisitesten FÜRSTENBERG Sammlungen zusammengetragen. Fast 500 Objekte aus der Frühzeit der 1747 gegründeten Porzellanmanufaktur hat er gesammelt, die alle im Museum zu sehen sind.
Wo kann man es sehen?
Während einige Porzellane in die Dauerausstellung integriert sind, ist das Gros der Sammlung im Schaumagazin des Museums ausgestellt. Dort können die Kostbarkeiten – wie die Bildfliese – jederzeit während der Öffnungszeiten bestaunt werden.
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