Die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust wird oft als weitgehend erforscht betrachtet. Die Verfahren zu NS-Verbrechen der letzten Jahre zeigen jedoch diverse blinde Flecken in der Geschichtsschreibung auf, vor allem in Hinblick auf subalterne Täterschaften in Konzentrationslagern.
Der Vortrag beleuchtet die Heterogenität des Lagerpersonals – darunter altgediente SS-Männer, „volksdeutsche SS-Freiwillige“, Wehrmachtsoldaten, „fremdvölkische Hilfswillige“ und Zivilangestellte – und fragt, wie ihre Integration in das SS-System die Gewaltpraxis prägte. Die Prozesse der Spätverfolgung werfen neue Perspektiven auf die NS-Gewaltgeschichte und die Transformation der Lager. Dr. Stefan Hördler, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Göttingen, war mehr als zehn Jahre Gutachter in Verfahren zu NS-Verbrechen.
Vortrag und Diskussion mit Dr. Stefan Hördler, Historiker an der Universität Göttingen
Eintritt ist frei. Eine Reservierung ist nicht möglich.
Die Veranstaltung findet in der Reihe "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus" statt. Das Gesamtprogramm gibt es im Oktober hier: https://gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus.de
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