Deidamia (HWV42)

Oper von Georg Friedrich Händel

Heldentum liegt nicht in der Stärke, sondern in der Verletzlichkeit. Achilles ist eine strahlende Figur der griechischen Mythologie, doch wie jeder Superheld hat auch er seinen wunden Punkt. Diese sprichwörtliche Achillesferse ist sogar in das kulturelle Gedächtnis eingegangen. Im Mittelpunkt von Händels letzter Oper steht jedoch nicht Achilles, sondern seine Geliebte Deidamia. Als Heldin des Stücks hat auch sie ihren wunden Punkt: Sie liebt Achilles.

Deidamia ist die älteste Tochter des Licomede, König auf der Insel Skyros. Unter dessen Töchtern lebt Achilles versteckt und selbst als Mädchen verkleidet, um tödlicher Gefahr zu entgehen. Denn laut Prophezeiung könne Achilles den Griechen im Krieg um Troja zwar den entscheidenden Sieg bringen, würde dabei aber selbst sein Leben lassen. Dennoch: Die Verlockung, ruhmreich in die Schlacht zu ziehen, übt auf den kampfeslustigen Achilles eine Anziehungskraft aus, der er sich nicht entziehen kann, und Deidamia verliert ihn unwiederbringlich.

Mit Deidamia beschließt Händel den Reigen seiner italienischen Opern in London und wendet sich fortan verstärkt der Komposition von Oratorien zu. Freude und Leiden liegen eng beieinander in diesem tragikomischen Letztling. Für das Libretto spickte Paolo Antonio Rolli den griechischen Heldenmythos mit reichlich Humor. Heldentum und heimliche Liebe flankiert von pastoralem Idyll, heiterer Travestie, Jagdspektakel und bewaffnetem Tumult, diese Achterbahnfahrt der Gefühle mag Händel verlockt haben, der den Stoff musikalisch mit ausgefeilter Psychologie in den Solonummern und stilistischem Reichtum in den Orchesterpassagen realisiert.

Neben der Titelrolle der Deidamia, die die Händelspezialistin Sophie Junker mit allen Finessen verkörpert, steht besonders die anspruchsvoll virtuose Partie des Ulisse heraus, die mit Nicolò Balducci ein Countertenor-Shootingstar übernimmt. Den Achille singt Bruno de Sá mit natürlicher Sopranstimme. Zu Händels Zeit wurde Achille übrigens von einer jungen Sängerin dargestellt – als Hosenrolle in Damenkleidern.

Alle Aufführungen

Fr. 15.5., 18.00 Uhr (Premiere)
Sa. 16.5., 18.00 Uhr
Mo. 18.5., 15.00 Uhr
So. 24.5. (Pfingstsonntag), 17.00 Uhr
Mo. 25.5. (Pfingstmontag), 17.00 Uhr

Werkeinführungen jeweils 1 Std. vor Vorstellungsbeginn

Sophie Junker Sopran – Deidamia
Bruno de Sá Sopran – Achille
Nicolò Balducci Countertenor – Ulisse
Sarah Gilford Sopran – Nerea
Rory Musgrave Bariton – Fenice
Petros Magoulas Bass – Licomede

Kammerchor der Universität Göttingen
Antonius Adamske Einstudierung

FestspielOrchester Göttingen
George Petrou Regie und Musikalische Leitung

Giorgina Germanou Bühnenbild und Kostüme
Ernst Schießl Licht

Koproduktion mit Wexford Festival Opera

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