Forum Wissen | Kollaps – Krise – Chance? Wälder und Menschen im Klimawandel

Der Wald, den wir kennen, verändert sich. Bäume sterben, vertraute Waldlandschaften wirken plötzlich fremd. Für viele ist das ein Zeichen von „Waldsterben“ – eine Krise, die uns nachdenklich macht. Doch hinter diesem Umbruch steht nicht nur Verlust. Er birgt auch eine Chance: die Chance, den Wald und seine Dynamik neu zu verstehen, neu zu gestalten.

In Niedersachsen, besonders im Harz, sind Wälder in den letzten Jahren durch extreme Witterungsereignisse, Borkenkäfer und Pilzbefall stark belastet. Die Folgen sind sichtbar – und für viele Menschen beunruhigend. Doch diese Entwicklung ist kein Zufall. Sie ist Teil eines größeren Wandels, der durch den Klimawandel beschleunigt wird. Was wir heute erleben, ist kein vorübergehender Rückschlag, sondern eine strukturelle Herausforderung für unsere Wälder – und für uns alle.

Doch genau hier beginnt die Möglichkeit: Wenn wir den Umbruch nicht als Ende, sondern als Neuanfang begreifen, können wir gemeinsam Wege finden, wie Wälder widerstandsfähiger werden können. In den sogenannten Klima.Zukunftslaboren DIVERSA und ForesLab, finanziert durch zukunft.niedersachsen. einem Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sowie der VolkswagenStiftung, arbeiten Prof. Dr. Carola Paul von der Universität Göttingen und Dr. Peter Meyer von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt daran, neue Wege für das Waldmanagement zu entwickeln. Sie untersuchen, wie Wälder auf Belastungen reagieren, wie wir sie nach Störungen neu aufbauen können und wo menschliche Unterstützung sinnvoll ist. In Waldreallaboren testen sie verschiedene Ansätze unter realen Bedingungen. Mit digitalen Modellen simulieren wir zukünftige Entwicklungen, um fundierte Entscheidungen zu treffen, auch wenn die Erfahrungen der Vergangenheit nur noch begrenzt gelten.

Dabei geht es nicht darum, den früheren Wald „zurückzubringen“ oder gar den Wald zu reparieren, sondern darum, ihn zukunftsfähig zu gestalten. Wie können wir mit Unsicherheiten umgehen? Wie finden wir einen Ausgleich zwischen Naturschutz, Forstwirtschaft und Erholung? Und wie können wir gemeinsam lernen, aus Herausforderungen Chancen zu machen?

Sie sind herzlich eingeladen zum Dialog und zur Diskussion: Was bedeutet es heute, gut mit unserem Wald umzugehen? Wie können wir auf die Umbrüche verantwortungsvoll reagieren – ohne zu verdrängen, aber auch ohne in Panik zu verfallen? Und wie können wir gemeinsam die Zukunft des Waldes gestalten?

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