Der 8. Mai 1945 stellt in der Deutschen Geschichte eine bedeutende Zäsur dar. Zunächst als „Zusammenbruch“ oder „Stunde-Null“ empfunden, wurde sie erst durch die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker 1985 zur „Stunde der Befreiung“.
 
Auch in Kunst und Musik gab es solche Verwerfungen, die unmittelbar mit dem sog. „soziokulturellen Kontext“ in Zusammenhang stehen. Unter dem Eindruck seiner Harzreise 1824 verfasste Heinrich Heine im Jahr 1829 beeindruckende Gedichte, die kein Geringerer als Robert Schumann 1840 als „Dichterliebe“ in 16 Liedern vertonte. In diesen werden Empfindungen wie Freude; Liebe, Enttäuschung und Versöhnung auf Mark und Bein geprüft. Typisch für Heine mit einem süß-bitteren Unterton. Der Zyklus, der Schumann eigenhändig nach dramatischen Gesichtspunkten umstellte, schließt mit den Worten „Die alten bösen Lieder…die lasst uns jetzt begraben“. Trotz dieses hehren Vorhabens wissen wir, dass der Dichter im Pariser Exil starb und der Komponist wegen „Geistesumnachtung“ in ein Sanatorium eingewiesen wurde.
 
Richard Wagner hatte mehr Glück. Obwohl er wegen der Wirren im Revolutionsjahr 1948 steckbrieflich gesucht wurde, hatte er, bevor er bei König Ludwig II. in Bayreuth als Hofkomponist angestellt wurde, auch reiche Gönner, heute würde man Sponsoren sagen, in der Schweiz. So auch der in Zürich ansässige wohlhabende Seidenhändler Otto Wesendonck. 1852 siedelte Wagner in sein Haus über. Nach der Meinung Wagners „Jeder hat Anspruch auf eine Muse“ stellte sich heraus, dass die Frau des Hauses Mathilde von Wesendonck selber Gedichte verfasste, die der Komponist prompt vertonte. Man hat lange gemutmaßt, dass Wagner mit ihr ein Liebesverhältnis unterhielt, aber es ist Nichts Genaues bewiesen. Aber aus dieser „Zusammenarbeit“ zwischen Künstler und Muse entstanden die fünf Lieder für eine Frauenstimme und Klavierbegleitung. In den Liedern „Im Treibhaus“ oder „Träume“ manifestiert sich schon die Vorarbeit zu seiner Oper „Tristan und Isolde“. Eine Liebe, die nicht sein darf und in der Unerfülltheit des „Liebestodes“ endet.
 
Ausführende sind Funda Asena Aktop (Mezzosopran) und José V. López de Vergara (Klavier).
Der Eintritt ist frei. Die Singakademie Harz e.V. unterstützt dieses Konzert und sorgt für die Restaurierung des im Kursaal stehenden Flügels.

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