Seit November sind in der Sammlung der Gipsabgüsse am Nikolausberger Weg vier spektakuläre Kunstwerke zu Gast: Rekonstruktionen von hochberühmten Bronzestatuen aus der griechischen Antike. Zwei bewaffnete Krieger, gefunden im Meer bei Riace an der Südspitze Italiens, und zwei Figuren, die bereits 1885 in Rom entdeckt wurden – ein Faustkämpfer und der sogenannte Thermenherrscher –, wurden von Frankfurter Archäologen nach allen Regeln der Kunst in Bronze nachgegossen, mit kostbaren Einlegearbeiten versehen und farbig getönt. Die verlorenen Waffen der Krieger wurden in den Originalmaterialien ergänzt. Dabei wurde kein Aufwand gescheut. Allein einer der beiden Schilde wiegt schon über 100 Kilogramm.
Bronzestatuen waren im antiken Griechenland ungeheuer zahlreich, doch sind nur sehr wenige von ihnen erhalten, denn die meisten wurden später eingeschmolzen. Die vier Rekonstruktionen vermitteln eine anschauliche Vorstellung vom ursprünglichen Aussehen solcher Meisterwerke.
Die Ausstellung „hautnah. Die farbigen Bronzestatuen der Griechen: Kunst und Technik“ ist beim Göttinger Publikum auf lebhaftes Interesse gestoßen und durfte mit dem Einverständnis der Leihgeber um zwei Monate verlängert werden. Am Sonntag, dem 9. August, schließt sie jedoch definitiv die Tore. Aus diesem Anlass haben die Studierenden, die die Ausstellung unter der Leitung von Daniel Graepler, Kustos der Sammlung der Gipsabgüsse, vorbereitet und betreut haben, ein reichhaltiges Programm zusammengestellt. Sie laden ein zur großen Finissage von 11 bis 16 Uhr mit zahlreichen Informationsangeboten und Aktionen: Expert’innen für die einzelnen Ausstellungsstücke stehen zum Gespräch bereit. Restauratorin Jorun Ruppel und ihr Team präsentieren Anschauungsmaterialien, die bisher nicht gezeigt wurden: Wachsformen und Rohgüsse von Bronzeskulpturen, Pigmente und farbige Steine. Kinder sind besonders willkommen und dürfen z. B. kleine Gipsabgüsse bemalen.

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