Voller Anmut zeigt sich Justitia, die römische Göttin der Gerechtigkeit und Patronin unseres Rechtssystems, mit Schwert, Füllhorn, Waage und Augenbinde. Letztere symbolisiert, dass Justitia stets ohne Ansehen der Person gerecht urteilt. Doch jüngste Vorfälle, wie beispielsweise in der JVA Augsburg-Gablingen, stellen die Frage, ob dieses Symbol mittlerweile auch ein System des Nicht-hinsehen-Wollens repräsentiert. Denn unlängst berichteten immer wieder Insassen im deutschen Strafvollzug von: Folterpraktiken, Unterbringung in fensterlosen Zellen ohne sanitäre Anlagen, Schlägen, Tritten und Nahrungsentzug. Die Vorwürfe sind gravierend, doch wenige der Berichte gelangen an die Öffentlichkeit. Indes werfen sie Fragen auf – was passiert denn eigentlich wirklich im deutschen Strafvollzug? Was bleibt verborgen und warum? Und vor allem: Geschieht dies alles wirklich im Namen des Volkes? Diese recherchebasierte Stückentwicklung der jungen Regisseurin Susanne Frieling setzt sich mit dem Konzept des Strafvollzugs als gesellschaftliches Machtinstrument auseinander. Hierbei geht es nicht nur um die Strafe als individuelle Maßnahme für begangene Vergehen, sondern auch um die Strukturen und Mechanismen des Strafvollzugs, die tief in die Gesellschaft eingreifen und so ihre eigene Ordnung und Moral behaupten.

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Dramaturgie eines Diskurses

Scharfer Blick-Rezension zu „Im Namen des Volkes“

Mit »Im Namen des Volkes« greift die Regisseurin Susanne Frieling einen der vielen gesellschaftspolitischen blinden Flecken auf: den Machtmissbrauch in deutschen Justizvollzugsanstalten – exemplarisch...

Felicitas Klingler
Scharfer Blick
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Wir brauchen mehr Enthüller*innen

Scharfer Blick-Rezension zu „Im Namen des Volkes“

Im Zentrum der Bühne ein flaches, quadratisches Podest, circa fünf mal fünf Meter, links und rechts davon jeweils eine schwarze Sitzbankreihe, wie man sie aus Wartebereichen gewohnt ist. Über dem...

Andreas Arnemann
Scharfer Blick
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