Paris danach

Laurent Gaudé – Deutsch von Margret Millischer – Deutschsprachige Erstaufführung | dt.1

Wir werden uns vor die Cafés setzen, um unseren Mördern zu sagen, dass sie nicht gewonnen haben, dass sie niemals gewinnen werden. Dass wir noch am Leben sind.

Ein milder Herbstabend in Paris: Eine junge Frau ist voller Vorfreude auf ein Wiedersehen mit ihrer Geliebten. Zwillingsschwestern sind verabredet, um ihren 30. Geburtstag gemeinsam zu feiern. Eine junge Mutter ist im Streit mit ihrem Mann von zu Hause weggegangen, um sich ausgelassen tanzend auf einem Konzert wieder lebendig zu fühlen. Viele sitzen draußen in den Cafés, in den Straßen, unterhalten sich angeregt, trinken etwas, lachen laut und feiern das Leben. Doch plötzlich fallen Schüsse, Menschen sinken zu Boden, Chaos, Entsetzen… Etwas später eine Explosion vor dem Fußballstadion während des Spiels Deutschland Frankreich, Maschinengewehrsalven bei einem Konzert im Bataclan – von einem Anschlag, einem Attentat ist die Rede. Ein Gefühl unkontrollierbarer Gefahr zieht sich rasend schnell durch die ganze Stadt.
Laurent Gaudé hat einen vielstimmigen Choral über die grausamen Geschehnisse des 13. November 2015 geschrieben, der nicht nur den Geschichten der Opfer Gehör verschafft, sondern auch denen, deren Leben in dieser Nacht für immer verändert wurde: Einsatzkräfte, Angehörige, die über Stunden versuchten, ihre Liebsten zu erreichen. Er hat das kollektive Trauma dieser Nacht in ein überwältigend-intensives Theaterstück überführt, das neben dem Unmenschlichen auch dem heilsam Menschlichen Raum und uns Hoffnung gibt.

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