Wie klingt die Gemeinde? Was klingt von der Kirche in die Stadt hinein? Was schwingt in uns? Mit diesen Fragen im Kopf hat die Göttinger Künstlerin Jana Nielsen eigens für die St. Johanniskirche ein Projekt konzipiert - inspiriert vom Leitgedanken der von der Hanns-Lilje-Stiftung geförderten Signifikanten Kulturkirche „St. Johannis – ein kirchlicher Resonanzraum“.

So wie ein Mensch wachsen die einzelnen Teile des Kunstwerks. Die Klänge der Kirche werden sichtbar gemacht durch Farbpigmente, die mithilfe einer schwingenden Membran in Muster versetzt und abgedruckt werden.

Den Herzschlag, das erste Lebenszeichen, symbolisieren die Kirchenglocken. Regelmäßig klingen sie in die Stadt hinein und geben damit einen Gebets- und Lebensrhythmus vor. Der Klang jeder der drei vorhandenen Glocken wird jeweils auf ein Bild übertragen – Porträts von Menschen, die um die Kirche oder in der Stadt unterwegs sind und den Glockenklang hören. Die vierte Glocke des Geläuts ist verklungen: Sie wurde im Krieg eingeschmolzen. Ihr Bild steht für den Verlust.

Das zweite menschliche Lebenszeichen ist der erste Atemzug – das Luftholen kurz nach der Geburt, bevor der erste Schrei ertönt. In der Kirche übernimmt die Orgel diese Rolle: Sie ist ein atmendes Instrument, das wie eine Lunge funktioniert. Der Klang ihrer Pfeifen wird auf zahlreiche Baumscheiben übertragen. Als Ganzes fügen sie sich zum Bild einer Lunge zusammen – Sinnbild für eine Gemeinschaft, die von der Orgel unterstützt, gemeinsam singt, lauscht und atmet.

„Herz“ und „Lunge“ werden vom 6. September bis zum 8. November in der St. Johanniskirche ausgestellt. Auf die künstlerische Umsetzung der menschlichen Stimme – wie sie in unseren Chören erklingt – und die Seele, die innerlich schwingt, dürfen Sie sich im Frühjahr 2026 freuen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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