stille hunde: Die wundersame Welt des Hermann Harry Schmitz

Satiren und Grotesken des bürgerlichen Heldenlebens, vorgestellt von Stefan Dehler und Christoph Huber

Eigentlich sollte der Name Hermann Harry Schmitz auf einer Liste der zehn witzigsten deutschsprachigen Autoren zu finden sein. Irgendwo im oberen Drittel. Die Glossen und Kurzgeschichten des 1880 geborenen und früh verstorbenen Düsseldorfers haben zweifellos das Zeug zu Klassikern. Hätten die Komiker der Monty-Python-Truppe schon 1910 mit anarchischem Humor Karriere machen wollen, sie hätten vermutlich bei diesem respektlosen Spötter abgeguckt. Bei Schmitz geraten alltägliche Verrichtungen und Ereignisse zu Weltuntergangsereignissen von fast globaler Dimension. Da klebt die halbe Anwohnerschaft einer Straße am frischen Asphalt fest und wird zum Fall drakonischer Rettungsmaßnahmen. Da schießt die Liebe eines Hausvaters zum einzigen Buch der Familie weit über das Ziel hinaus. Sanitäreinrichtungen, die in Do-it-yourself-Begeisterung installiert wurden, explodieren und lösen Tsunamis aus, und ein riskantes Experiment in Sachen Selbstbetrachtung führt dazu, dass das Auge eines Mannes endlich das abenteuerliche Innere der Gedärme kennenlernt und in ein philosophisches Gespräch mit einem Bandwurm verwickelt wird. Darüber hinaus weiß Schmitz sehr pointiert von den Marotten, Moden und anderen Schwächen seiner Zeit sowie den schreiend komischen Seiten zu berichten, die furchtbar normale Menschen und Dinge bis heute haben.

Stefan Dehler und Christoph Huber machen sich daran, den zu Unrecht vergessenen Meister der aberwitzigen Katastrophen wieder zu entdecken und stellen in ihrer szenischen Lesung einige der schönsten Geschichten aus den Gefahrenzonen des bürgerlichen Heldenlebens vor.

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