Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute

dt.2

»Stellt euch einen Zoo vor. Einen Zoo vor vielen Jahren. Einen Schwarzweißfotozoo.« Warum? Weil die Geschichte in einem Zoo vor etwa 80 Jahren spielt. Es gibt dort Menschenaffen, Murmeltiere, Trauerschwäne, Mufflons und Eichhörnchen, die in guter Nachbarschaft leben und gespannt sind auf den neuen Bären. Der alte war gestorben und nun müssen sie sehen, ob der neue taugt und ob er gefährlich werden könnte. Denn Neugier und Nachfragen sind bei den Aufseher*innen nicht gern gesehen. Auch mit dem Humor ist es bei denen so eine Sache. Und schon gar nicht darf man danach fragen, was mit den gestreiften klapprig wirkenden Zebrawesen auf der anderen Seite des Zauns ist, warum es so eigenartig riecht und wohin die Vögel verschwunden sind. Warum? Weil der Zaun, über den das Nashorn sah, den Zoo vor etwa 80 Jahren von einem Konzentrationslager trennt. Doch der neue Bär ist neugierig und möchte, dass man hinsieht und sich kümmert. Unter den anderen herrschen aus Erfahrung Angst und Vorsicht, sie gucken lieber weg und spielen mit, weil sie um ihr Leben fürchten. Und es stellt sich die Frage: Wie soll man leben? Was muss man tun?



Jens Raschke lässt die jungen Zuschauer*innen zusammen mit ihm auf die Gräuel der NS-Zeit schauen und bedient sich dabei des real existiert habenden Zoos neben dem KZ Buchenwald. Dabei nimmt er eine kindliche Perspektive ein und erzählt einfühlsam, erforschend und mit einer feinen Prise Kinderhumor. Er ermöglicht somit dem jungen Publikum eine Annährung an eine Zeit der deutschen Geschichte, der wir gedenken müssen, um sie nicht wieder aufleben zu lassen. Das Thema, der Stil und die kindgerechte Herangehensweise von »Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute« brachten dem 2014 geschriebenen Stück den Deutschen Kindertheaterpreis und den Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis Kaas & Kappes.



Zum Autor Jens Raschke

Jens Raschke wurde 1970 geboren und studierte Skandinavistik und Geschichtswissenschaften in Frankfurt/Main und Kiel, bevor er als Dramaturg am Theater Kiel zu arbeiten begann. Seither ist er nicht nur als Dramaturg, sondern auch als Regisseur und Autor tätig.

Fokus
Mindestalter
ab10 Jahre
Dauer
75 Minuten
Erstaufführung
Oktober 2021

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