Die aktuelle Ausstellung „hautnah“ in der Sammlung der Gipsabgüsse zeigt, dass im antiken Griechenland nicht nur Marmorfiguren, sondern auch Bronzestatuen farbig gestaltet waren. Denn das Ziel und die Fähigkeit der griechischen Meisterbildhauer war es, täuschend lebensechte, ‚hautnah‘ erlebbare Figuren zu schaffen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vier maß- und materialgetreue Rekonstruktionen von Schlüsselstücken der griechischen Bronzeplastik. Zwei der Originale wurden 1885 bei Bauarbeiten am steilen Südosthang des Quirinalshügels in Rom gefunden. Offenbar waren die Statuen in den Gewölben einer großen römischen Terrassenanlage versteckt worden.
Die eine von ihnen stellt einen in Herrscherpose auftretenden stehenden nackten jungen Mann dar, die andere einen nicht mehr ganz jungen, sehr muskulöse sitzenden Boxer. Sein verschwollenes Gesicht ist übersät von Platzwunden, aus denen das Blut auf Schulter, Arm und Oberschenkel herabtropft.
Zwar stammen beide Statuen vom selben Fundort. Aber waren sie auch ursprünglich zusammengehörig? Bildeten sie vielleicht sogar eine mythologische Gruppe, die vom Kampf des griechischen Helden Polydeukes gegen den brutalen Barbarenkönig Amykos erzählte?
Diese ungelösten Deutungsfragen werden in der Führung genauer behandelt, doch wird auch ein allgemeiner Überblick über die Ausstellung gegeben.
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