Ausstellung "Wohnungslose im Nationalsozialismus"

Eine Sonderausstellung von 14. Januar bis 13. Februar 2026

Status
Findet planmäßig statt

Die Ausstellung ist individuell während der Öffnungszeiten zu besichtigen.

Am 19. September 1933 berichtet das Göttinger Tage­blatt, dass die Göttinger Polizei eine groß­angelegte Razzia gegen „Bettler“ durch­geführt hat. Die Razzia war Teil einer einwöchigen Aktion im gesamten Deutschen Reich, bei der Tausende wohnungs­loser Menschen verhaftet wurden. Mit diesen „Bettler­razzien“ begann im national­sozialistischen Deutschland die Verfolgung einer Gruppe, die auch zuvor bereits marginalisiert war.

Die Ausstellung „Wohnungs­lose im National­sozialismus“ der Bundes­arbeits­gemeinschaft Wohnungs­losen­hilfe erinnert an die Verfolgung von wohnung­slosen Menschen während des National­sozialismus und beleuchtet die Rolle sowie die Verant­wortung der damaligen Wanderer­fürsorge. Sie leistet damit nicht nur einen Beitrag zur Auf­arbeitung einer wichtigen, jedoch oft über­sehenen Periode in der Geschichte der Wohnungs­losen­hilfe, sondern will auch das gesell­schaftliche Bewusst­sein in der Gegen­wart schärfen.

Wie viele Menschen als „Bettler“, „Land­streicher“ oder „Nicht­seßh­afte“ in Konzentrations­lager gesperrt wurden, ist bis heute ungeklärt. Expert*­innen schätzen, dass insgesamt etwa 70.000 Menschen als „asozial“ oder als „Berufs­verbrecher“ stigmatisiert, deportiert und ermordet wurden.

Themen der Ausstellung:

  • Weltwirtschaftskrise
  • Bettlerrazzia 1933
  • Arbeitshäuser
  • Rassenhygiene
  • Zwangssterilisation
  • „Asoziale Großfamilien“
  • Debatte in den Fachzeitschriften der „Wandererfürsorge“
  • Kontrolle und „geordnetes Wandern“
  • „Aktion Arbeitsscheu Reich“
  • Als „asozial“ ins Konzentrationslager

Wir bieten gerne Führungen für Gruppen an. Bitte kontaktieren Sie uns unter info@zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu oder Tel. 0551 / 50 76 45 54.

Der Eintritt zur Ausstellung und zu den Veranstaltungen ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Veranstaltet von Geschichts­werkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur euro­päischer Zwangs­­arbeit in Süd­­nieder­­sachsen 1939–1945“ im Rahmen der Göttinger Veranstaltungsreihe „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – Eine Veranstaltungsreihe: 9. November - 27. Januar"

Freier Eintritt
Ja
Preisinformationen

Der Eintritt zur Ausstellung und zu den Veranstaltungen ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Veranstaltungsort

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Adresse

Godehardstraße 11
37081 Göttingen
Deutschland

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Art der Veranstaltung
Vor Ort

Veranstalter:in

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