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Die Ausstellung ist individuell während der Öffnungszeiten zu besichtigen.
Am 19. September 1933 berichtet das Göttinger Tageblatt, dass die Göttinger Polizei eine großangelegte Razzia gegen „Bettler“ durchgeführt hat. Die Razzia war Teil einer einwöchigen Aktion im gesamten Deutschen Reich, bei der Tausende wohnungsloser Menschen verhaftet wurden. Mit diesen „Bettlerrazzien“ begann im nationalsozialistischen Deutschland die Verfolgung einer Gruppe, die auch zuvor bereits marginalisiert war.
Die Ausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe erinnert an die Verfolgung von wohnungslosen Menschen während des Nationalsozialismus und beleuchtet die Rolle sowie die Verantwortung der damaligen Wandererfürsorge. Sie leistet damit nicht nur einen Beitrag zur Aufarbeitung einer wichtigen, jedoch oft übersehenen Periode in der Geschichte der Wohnungslosenhilfe, sondern will auch das gesellschaftliche Bewusstsein in der Gegenwart schärfen.
Wie viele Menschen als „Bettler“, „Landstreicher“ oder „Nichtseßhafte“ in Konzentrationslager gesperrt wurden, ist bis heute ungeklärt. Expert*innen schätzen, dass insgesamt etwa 70.000 Menschen als „asozial“ oder als „Berufsverbrecher“ stigmatisiert, deportiert und ermordet wurden.
Themen der Ausstellung:
- Weltwirtschaftskrise
- Bettlerrazzia 1933
- Arbeitshäuser
- Rassenhygiene
- Zwangssterilisation
- „Asoziale Großfamilien“
- Debatte in den Fachzeitschriften der „Wandererfürsorge“
- Kontrolle und „geordnetes Wandern“
- „Aktion Arbeitsscheu Reich“
- Als „asozial“ ins Konzentrationslager
Wir bieten gerne Führungen für Gruppen an. Bitte kontaktieren Sie uns unter info@zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu oder Tel. 0551 / 50 76 45 54.
Der Eintritt zur Ausstellung und zu den Veranstaltungen ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Veranstaltet von Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit in Südniedersachsen 1939–1945“ im Rahmen der Göttinger Veranstaltungsreihe „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – Eine Veranstaltungsreihe: 9. November - 27. Januar"
Der Eintritt zur Ausstellung und zu den Veranstaltungen ist frei, um eine Spende wird gebeten.