Nachgefragt: Unrecht gesammelt?

Sonderausstellung zum Thema Provenienzforschung

Status
Findet planmäßig statt

Wem gehören die Dinge in unseren Museen – und unter welchen Umständen kamen sie dorthin? Ein Buch, eine Wäscheklammer, ein Kleiderbügel – unscheinbare Dinge, doch sie erzählen von Verlust, Unrecht und Erinnerung.
Die Sonderausstellung „Nachgefragt: Unrecht gesammelt?” lädt ein, genauer hinzusehen – und nachzufragen.

Die Ausstellung betrachtet das Thema Provenienz- oder Herkunftsforschung in den Museen und Sammlungen Südniedersachsens. Die Provenienzforschung untersucht die Geschichte, Eigentumsverhältnisse und Herkunft von Museumsobjekten, überprüft ihre Echtheit und hinterfragt, unter welchen ethischen und rechtlichen Umständen sie ins Museum gelangt sind.
Bücher, Wäscheklammern, ein Kleiderbügel – auf den ersten Blick ganz alltägliche Dinge, hinter denen bewegende Geschichten stehen. Denn die Objekte wurden den ursprünglichen Besitzern während des Dritten Reiches unrechtmäßig entzogen – weil sie Jüdinnen und Juden, Freimaurer, Mitglieder der Arbeiterbewegung oder Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter waren. Doch auch Mitbringsel aus den ehemaligen deutschen Kolonien sowie ethnologische Objekte, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein von Tierfängern im Rahmen des Alfelder Tierhandels mitgebracht wurden, spielen eine Rolle.

Die Ausstellung hebt hervor, dass viele Dinge aus heutiger Sicht unrechtmäßig in unsere Museen gelangt sind. Sie macht vor allem die Menschen sichtbar, die eine persönliche Verbindung zu diesen Objekten hatten. Großformatige Illustrationen der Kasseler Künstlerin Melanie Lüdtke ermöglichen einen emotionalen Zugang zu diesen Personen, von denen wir heute meist nur noch wenige schriftliche Zeugnisse haben.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Juliane Gehler aus dem Team Wissensforschung im Forum Wissen. Die Ausstellung entstand als Kooperationsprojekt des Landschaftsverbands Südniedersachsen e. V. und der Zentralen Kustodie der Universität Göttingen.
Die Ausstellung basiert auf Erkenntnissen der Provenienzforschung von Dr. Christian Riemenschneider. Im Vorfeld fanden verschiedene Pop-Up-Aktionen in Alfeld, Osterode und Uslar statt. In diesem Rahmen wurde die lokale Bevölkerung befragt, welche Aspekte zum Thema Provenienzforschung sie besonders interessieren. Die dabei gesammelten Fragen bilden den Ausgangspunkt der Ausstellung.

Freier Eintritt
Ja

Veranstaltungsort

Veranstaltungsort
Adresse

Forum Wissen
Berliner Straße 28
37073 Göttingen
Deutschland

Address location
Art der Veranstaltung
Vor Ort

Mitwirkende

Mitwirkende

Veranstalter:in

Veranstalter:in

Weitere Termine

Weitere Termine

Galerie