Mit Gänselieseln und Konferenz der Tiger

Elfte Tanz-Kultur-Woche vom 19. bis 27. September soll animalisch schön werden

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Tierisch gut soll die elfte Tanz-Kultur-Woche werden. Rund um das Thema „Tier“ drehen sich die Workshops, Mitmachkonzerte und Performances für Groß und Klein vom 19. bis 27. September. Zum krönenden Abschluss steht eine große „Konferenz der Tiger“ mit dem Ensemble art la danse & Lia A. Eastwood in der Stadthalle auf dem Plan.

Die Idee zur Tanz-Kultur-Woche sei mit dem Einzug der Göttinger Ballettschule „art la danse“ in die schönen Räume der Alten Fechthalle entstanden, erzählt Judith Kara als Leiterin der Schule. Sie habe den Umzug in das denkmalgeschützte Fachwerkgebäude vor 18 Jahren nicht nur mit einer Vorstellung feiern wollen. Viel schöner sei ihr der Gedanke erschienen, alle künstlerisch aktiven Freunde einzuladen, mit einer Performance mitzumachen. Weil diese Idee gleich gezündet habe, sei gleich eine Eröffnungswoche daraus geworden: Die Tanz-Kultur-Woche war geboren und wird seither alle zwei Jahre gefeiert.

Im Rahmen der ersten Veranstaltungswoche traf Kara auf Gerrit Zitterbart. Er habe schon länger die Idee in sich getragen, in der bis dahin ungenutzten Alten Fechthalle einen Kulturraum einzurichten. Die Halle sei kein klassischer Theaterraum, schildert Kara. Sie inspiriere durch ihren Werkstattcharakter und lasse Experimente in der Raumnutzung zu.

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Kara und Zitterbart taten sich mit weiteren Kulturschaffenden zusammen und gründeten den Verein „Kultur in der Alten Fechthalle“ zur Verwirklichung ihrer Pläne. Ein fester Schwerpunkt sei seit seiner Gründung das Zusammenbringen von Laien und Profis, erklärt Kara. Junge Heranwachsende bekämen die Gelegenheit, sich mit Profis in der Kulturszene auszuprobieren. Ziel sei außerdem die Verbindung von Tanz und Bewegung mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen. 

Als Herzensprojekt habe die Tanz-Kultur-Woche begonnen. Anfangs seien in erster Linie Künstler aus der Region gekommen, schildert Kara die „Kinderjahre“. Doch mittlerweile habe sich das Festival längst zu einem Treffpunkt von Künstlern aus ganz Deutschland gemausert. Das künstlerische Netzwerk biete Raum für inhaltliche Herzensangelegenheiten. Das geschehe ganz bewusst, betont die Frau, die das Festival mit einem kleinen Organisationskreis und vielen weiteren Helfern managet.

In ein internationales Festival möchte Kara die Tanz-Kultur-Woche nicht verwandeln. „Es gibt genügend Festivals mit internationalem Charakter, die Göttinger Version soll die Kleinkunst stärken und inhaltlich unabhängig bleiben können“, vertritt sie. Schwerpunkte würden jedes Mal anders gesetzt und frei entschieden. In einem Jahr gebe die künstlerische Leitung einen inhaltlichen Faden vor, ein anderes Mal entspringe das Thema, um das sich die Veranstaltungen und Workshops rankten, aus einer Anfrage eines auswärtigen Ensembles oder eines Kulturschaffenden aus der Region. „So ist der Findungsprozess jedes Mal ein anderer und setzt immer wieder neue Akzente und Schwerpunkte“, sagt Kara. Das gelte sowohl für die Gruppierung der teilnehmenden Künstler als auch für die Zielgruppe. Mitmachen könnten alle Formationen, die mit Bewegung, Tanz oder Pantomime befasst seien, Musik müsse nicht unbedingt dabei sein, sagt Kara. So sei es möglich, Bilder zu vertanzen oder tänzerisch zu erschaffen, zum Beispiel, indem ein Tanzender mit Farbe an den Füßen tanze und so mit seinen Tanzschritten ein Bild kreiere. Für manche der Tanzensembles habe es über die Jahre wiederholt Einladungen gegeben. Die Auswahl erfolge nach Video-Sichtung.

Auch die Veranstaltungsorte variieren: Von der Alten Fechthalle über eine Wasserscheune oder ein Göttinger Parkhaus bis zum klassischen Theater kommen laut Kara auch nach vielen Jahren immer wieder neue Ort dazu. In diesem Jahr sind die Johanniskirche und die Stadthalle als Spielorte neben der Alten Fechthalle auserkoren. Die Besucherzahl sei unberechenbar. Doch Kara erwartet insgesamt 1500 bis 1800 Besucher.

 

Das Programm 2027

Das abwechslungsreiche Programm für alle Altersklassen beginnt mit zwei Workshops für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Unter dem Titel „Fantasievolles Federvieh – kunterbunt gemalt“ erschaffen sie mit Lilly Stehling mal federleichte, mal wilde, mal verrückte Wunderwesen (19.9, 11 bis 12.30 Uhr und 13 bis 14.30 Uhr, Rats- und Marktkirche St. Johannis, Informationen und Anmeldung über die Kirchengemeinde Göttingen Mitte). Zum Abschlussevent am 27.9. werden die neu erschaffenen Kreaturen in die Stadthalle fliegen.

Elemente aus Flamenco mit den eigenen Vibrationen verbinden, das können junge Menschen mit Anna Castillo, Flamencotänzerin aus Berlin, im Workshop „Ausdruck im Flamenco. Contemporary Elements“ (19.8., 17 bis 19 Uhr, Alte Fechthalle, Informationen und Anmeldung über info@artladanse.de).

Ein KulturGottesdienst „Tier-Tanz-Franz“ mit Anna Castillo und dem Musiker Bernd Eberhardt wird von Pastorin Anna-Maria Klassen abgehalten. Zusammen mit Franz von Assisi denkt sie über die Möglichkeiten eines guten Zusammenlebens aller Lebewesen nach (20.9. 11 bis 12 Uhr, Rats- und Marktkirche St. Johannis).

Wenn das Ensemble Concierto Ibérico und Anna Castillo unter dem Titel »TIER-TANZ-TRANCE« zusammentreffen, kommt dabei eine Performance heraus, in der sich Tanz- und Jagdmusiken sowie Tierdarstellungen zu einem sinnlichen Gesamtkunstwerk verweben (20.9., 18 Uhr, Rats- und Marktkirche St. Johannis).

Tiger, Schlangen und Affen werden lebendig: In der „Schule der kämpfenden Tiere“, die der Dozent für Kampfsport Dr. Martin Minarik anleitet, sollen Heranwachsende von 10 bis 14 Jahren die Welt der Kampfkunst und der Tiere für sich entdecken (21.9., 15 bis 18 Uhr, Alte Fechthalle, Anmeldeschluss: 20.9., Informationen und Anmeldung über info@artladanse.de).

Wie Menschen in Vögel verwandelt werden, erleben fünf- bis neunjährige Mitmacher mit dem Blockflötenconsort ensemble feuervogel. Unter dem Titel „Wenn ich ein Vöglein wär‘“ tauchen sie nicht nur ein in einen Zauberwald der Vögel, sondern fliegen zu den Tönen von barocken Flöten auch in die Renaissancezeit und zu modernen Weisen des Ornithologen und Komponisten John Luther Adams (25.9., 15 bis 15.45 Uhr, Alte Fechthalle).

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Das Ensemble Concierto Ibérico und Anna Castillo

Performance für Jugendliche und Erwachsene im Rahmen der 11. Tanz-Kultur-Woche 2026

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Judith Kara
Alle Rechte vorbehalten — Ute Lawrenz

Judith Kara in der Alten Fechthalle

Als Höhepunkt der Tanz-Kultur-Woche nennt Kara das Finale in der Stadthalle, „weil wir die mit vielen jungen Tänzern füllen“. Unter dem Titel „Konferenz der Tiger“ wird eine spannende Geschichte frei nach Erich Kästner, Michael Ende und Douglas Adams aufgeführt, in der Kinder unter der rigiden Herrschaft von Erwachsenen fast zu Grunde gehen. Wird es für sie noch Rettung geben? Allein der Größe wegen sei das ein Highlight, sagt Choreographin Judith Kara. In der Pause wird der Besuch der ehemaligen Mini-Gänseliesel erwartet. Ergänzend werden die Ergebnisse aus den Workshops der Woche vorgestellt. Menschen von fünf bis 105 Jahren singen unter der Überschrift „The Lion Sleeps Tonight – und andere tierische Songs“.

Das Prinzip „Pay as you can“ soll allen Interessierten die Teilnahme ermöglichen. Über die Einnahmen finanziere der Verein die Tanz-Kultur-Woche, sagt Kara. Feste Ticketpreise gibt es allerdings für die Schlussveranstaltung in der Stadthalle, um die hohen Mietkosten zu decken.

Verfasser:in

Ute Lawrenz

Journalistin und Autorin des kulturis-Magazins

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Im Artikel genannt

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Plakat 11. Tanz-Kultur-Woche

11. Tanz-Kultur-Woche 2026

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Bei der 11. TKW wird es diesmal animalisch schön. Denn es wird tierisch getanzt, musiziert und gemalt – und das für jedes Alter. Aus der Erfahrung der letzten zehn Jahre zuvor hatten wir anhand eigener Ideen einerseits und der Resonanz des Publikums andererseits 'gebrainstormt', was bei diesen zehn...

Alte Fechthalle
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Zeichnung eines Tigers

»DIE KONFERENZ DER TIGER«

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Stadthalle Göttingen

Judith Kara

Ballettschule art la danse | Göttinger Tanz-Kultur-Woche

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