Ab wann ist ein Objekt es wert, gesammelt zu werden? Und wann ist etwas Alltägliches so besonders, dass es in ein Museum gehört? Dieses Objekt und seine Geschichte sind ein kurioses Beispiel aus Dr. Wolfs Wunderkammer, dass scheinbar Banales auch einen zeitgeschichtlichen Wert besitzt.
Die meisten Gäste vermuten auf den ersten Blick, dass wir nur besonders alte, seltene oder einzigartige Stücke in unsere Ausstellung aufnehmen. Das ist aber bei weitem nicht der Fall. Nicht selten haben auch ganz alltägliche Objekte neueren Datums etwas Interessantes zu erzählen. Sogar wenn sie zu ihrer Entstehungszeit alles andere als selten waren. Ein prominentes Beispiel ist unser 2kg Nutellaglas aus dem Jahr 2000, das unseren Besucher:innen überdurchschnittlich oft ins Auge springt.
Nebst den hier offensichtlich zur Schau gestellten Geschichten rund um die süße Nussnugatcreme und den Milleniumhype, ist das Glas für uns ein Anlass, sich mit den Gründen des Sammelns an sich auseinanderzusetzen. Denn auch die banalsten Dinge können durch eine Limitierung sammelwürdig erscheinen und sich damit vom Gebrauchsgegenstand in ein Museumsstück verwandeln. Nachdem unser Glas unangebrochen über zwei Jahrzehnte in einem Privathaushalt überdauert hatte, erschien es uns als geeigneter Repräsentant dieses Gedankens.
Übrigens ist Nuss-Nougat-Creme auch schon in anderer Form in Ausstellungen gelandet. So hat der Künstler Thomas Rentmeister mit Schüttungen aus mehreren 100 Kilo der braunen Masse schon diverse Galerien bespielt. Die eher unappetitliche Erscheinung kontrastiert dabei auf ganz phantastische Weise mit dem angenehmen, raumfüllenden Duft und erzeugt so aus einem eigentlichen banalen Gegenstand ein außergewöhnliches ästhetisches Erlebnis.
Fokus
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Dr. Wolfs Wunderkammer
Das Museumskabinett für Geschichte(n), Kunst & Kurioses
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