Was ist das?
Dieses beinahe vergnügt wirkende kleine Fundstück, das im HöhlenErlebnisZentrum (HEZ) ausgestellt ist, ist ein nur 2,3 x 2,1 cm kleines Fragment aus gebranntem Ton. Mit einfachsten Mitteln wurden darauf Augen, Mund und Ohren geformt, wodurch ein winziges menschliches Gesicht entstand. Es stammt aus der Lichtensteinhöhle bei Osterode am Harz.
Warum ist es für uns ein besonderes Objekt?
Für uns im HöhlenErlebnisZentrum ist dieses kleine Gesicht aus mehreren Gründen ein herausragendes Exponat. Zunächst dachten die Forschenden, es sei nur ein einfacher Knochensplitter. Erst beim Reinigen der Funde kam diese winzige Besonderheit zum Vorschein. Es ist nicht nur ein charmantes Objekt an sich, sondern vermutlich auch eine der ältesten bekannten Darstellungen eines menschlichen Gesichts im Harz. Es ist eine greifbare Verbindung zu den Menschen, die vor über 3.000 Jahren hier lebten. Wir fragen uns was diese kleinen Augen wohl alles gesehen und welche Botschaft uns der offene Mund aus der späten Bronzezeit wohl zurufen möchte. Es verkörpert auf eine einzigartige Weise die menschliche Kreativität und das Bedürfnis, sich auszudrücken, auch in einer so fernen Zeit.
Was erzählt es über Südniedersachsen?
Dieses Fundstück erzählt verschiedene Geschichten über Südniedersachsen und die Region rund um Osterode am Harz. Es ist ein Zeugnis der Anwesenheit und der Kultur eines Familienclans aus der späten Bronzezeit, der die Lichtensteinhöhle als Bestattungsplatz nutzte. Die Höhle selbst ist ein archäologisches Highlight, da die dort gefundenen menschlichen Knochen so außergewöhnlich gut erhaltene antike DNA enthielten. Dies ermöglichte Forschenden erstmals, die genauen Verwandtschaftsverhältnisse einer Menschengruppe aus der Bronzezeit zu bestimmen. Das kleine Gesicht ist somit auch Teil einer größeren Geschichte über eine Pionierleistung der paläogenetischen Forschung.
Wie kam es ins Museum?
Das kleine Ton-Gesicht ist Teil der spannenden Funde, die bei den Ausgrabungen in der Lichtensteinhöhle geborgen wurden. Zusammen mit anderen Artefakten wurde es von Archäologen entdeckt, sorgfältig geborgen und anschließend wissenschaftlich untersucht. Danach wurde es dauerhaft in die archäologische Ausstellung des HöhlenErlebnisZentrums überführt, um es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Wo kann man es sehen?
Dieses besondere und emotional ansprechende Fundstück ist in der Dauerausstellung im archäologischen Museum des HöhlenErlebnisZentrums sehen. Dort wird es im Kontext der spannenden Forschungsergebnisse zur Lichtensteinhöhle und zusammen mit weiteren originalen Fundstücken präsentiert. Im Museum kann außerdem auch ein Nachbau der Lichtensteinhöhle auf eigene Faust erkundet werden.
Im HöhlenErlebnisZentrum kann man steinalte Geheimnisse im Doppelpack entdecken: Die Iberger Tropfsteinhöhle während einer geführten untertage-Tour und den Nachbau der Lichtensteinhöhle im archäologischen Museum zusammen mit spannenden Forschungsergebnissen.
Das HEZ ist ganzjährig von Dienstag bis Sonntag geöffnet.
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HöhlenErlebnisZentrum Iberger Tropfsteinhöhle
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