Der Doktor liebt Würfel! Egal, ob ganz praktisch als Spielmaterial, ganz nüchtern als faszinierende geometrische Formen oder aufgeladen mit wunderbaren Geschichten als Allegorie auf das Schicksal und den Wandel der Welt. ...oder eben auch als technische Spielerei wie hier zu sehen: Diese sogenannten „Würfelmaschinen“ sorgen regelmäßig für Verwunderung in den Reihen unserer Gäste; den Würfel neu erfinden, war das wirklich nötig?
Nun, darüber kann man streiten. Gute Gründe gab es aber allemal und sie erzählen eine interessante Geschichte der frühen Spieleindustrie in Deutschland.
Die in den 1930er Jahren von den Herren Röber und Volkrodt in Leipzig erfundenen Würfelautomaten sollen aus dem Ärgernis heraus entwickelt worden sein, dass Spielwürfel stets dazu neigten, vom Tisch zu rollen. So mussten die Spieler:innen ständig auf dem Boden herumkriechen, um diese wieder aufzusammeln.
Und die Würfelalternativen aus dem Hause „Rovo“ waren bis zum 2. Weltkrieg in Deutschland in der Tat sehr bald beliebte Gadgets, doch gleich zweimal haben äußere Einflüsse dafür gesorgt, dass sie wieder vom Markt verschwunden sind und heute kaum noch Bekanntheit haben: Während des Krieges gab es kein Material für Spielzeug, die Industrie war gezwungen, für die Rüstung zu produzieren.
Und auch als Ende der 40er Jahre die Produktion wieder erfolgreich anlief, war der Spaß rund ein Jahrzehnt später ein weiteres Mal Opfer der Geschichte: Das Glücksspielverbot in der DDR und weitere Eingriffe der Regierung in die Firma Rovo gaben einer innovativen Idee erneut den Todesstoß.
Fokus
Im Artikel genannt
Im Artikel genannt
Dr. Wolfs Wunderkammer
Das Museumskabinett für Geschichte(n), Kunst & Kurioses
Kommentare