Wer schon einmal den Doktor und seine Wunderkammer besucht hat, der weiß: Bei uns erlebt man Museum mit allen Sinnen! Denn hier ist nicht nur optisch viel los, auch haptisch und akustisch wird viel geboten. Sich in dieser Vielfalt von Eindrücken zurechtzufinden, scheint vielen unserer Besucher:innen erst unmöglich. Doch viele, die mit Dr. Wolf in seine Wunderwelt eingetaucht sind, verlassen ihn schlussendlich mit dem Wunsch, bald wiederzukehren und noch mehr unserer gesammelten Geschichte(n) zu erleben.
Und manchmal bringen uns unsere Gäste bei ihrer Wiederkehr sogar ihre eigenen Geschichten mit. Wie im Falle dieser außergewöhnlichen Uhr. Auch sie besticht zunächst durch ihre aus heutiger Sicht eher gewöhnungsbedürftige Optik. Und auch wenn sie – wie die meisten der hunderten von Uhren, die in der Wunderkammer ihr Zuhause haben – trotz knapp 100 Jahren auf dem Buckel noch stetig vor sich hin tickt, zeigt sie mit ihrem einen verbliebenen Zeiger keine adäquate Uhrzeit mehr an.
Trotzdem waren wir sehr begeistert, als uns das gute Stück von einer Familie aus Höxter für unsere Ausstellung anvertraut wurde. Denn eine wunderbare Geschichte schlummert in diesem handgefertigten Unikat, dass eben wegen genau dieser über zwei Generationen hinweg aufbewahrt wurde: Der Großvater, seines Zeichens Bahnwärter, habe während seiner Arbeitszeit (die wohl u. a. viel darin bestand, auf Züge zu warten) in den 30er Jahren diese Uhr selbst angefertigt. Was waren das für Zeiten, wo man während seiner Arbeit auch noch gleichzeitig seinem Hobby nachgehen konnte!? Und nicht nur einem Hobby, sondern sogar gleich zweien, denn nebst dem Schnitzen verstand sich der Mann wohl auch sehr aufs Rauchen. Und so entstand die Uhr kurzerhand aus den damals gängigen hölzernen Zigarrenkisten.
So erzählt uns diese Uhr nun viel mehr über Zeit, als sie auch mit einem vollständigen Satz Zeiger anzeigen könnte, indem sie die vielen Stunden des Rauchens und Schnitzens veranschaulicht, die zu ihrer Entstehung nötig waren.
Fokus
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Dr. Wolfs Wunderkammer
Das Museumskabinett für Geschichte(n), Kunst & Kurioses
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