Kinderfilm / Drama / Biopic / Historie

Animationsfilm basierend auf „Das Tagebuch der Anne Frank“

 

Das jüdische Mädchen Anne Frank erschafft im Jahr 1942 ihre imaginäre Freundin Kitty, der sie zwei Jahre ihres später berühmt gewordenen Tagebuchs widmet. 75 Jahre später erwacht das sommersprossige, rothaarige Mädchen in Amsterdam zum Leben und begibt sich in einer ihr fremden Welt auf Spurensuche. Diese führt sie vom Hinterhaus bis zum Konzentrationslager Bergen-Belsen. Auf dieser Reise wird sie von ihrem Freund Peter begleitet, der eine geheime Unterkunft für Geflüchtete betreibt und ihr zeigt, mit welchen Nöten diese Menschen konfrontiert sind. Inspiriert von Annes Geschichte möchte Kitty die Botschaft der Hoffnung und Toleranz an künftige Generationen weitervermitteln.

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In seinem Film erzählt Ari Folman von Krieg und der Verarbeitung kollektiver sowie individueller Traumata. Diesmal dient die gemeinsam mit der Zeichnerin Lena Guberman entwickelte Graphic Novel als Grundlage. Die zentrale Hypothese des Films, dass die imaginäre Adressatin von Annes Tagebuch, Kitty, in der Gegenwart zum Leben erwacht, ist ein brillanter Kunstgriff.

Folman bringt Anne und die Mitbewohner des Verstecks durch einfühlsame, intime Szenen den Zuschauern so nah, dass diese das Grauen ihres Schicksals nachempfinden können. Kitty dient als Spiegelbild Annes in der Gegenwart. Die moderne visuelle Gestaltung der Figuren sowie die traumhaft animierte, vereiste Ansicht Amsterdams verwischen bewusst die Grenzen zwischen Realität und Fantasie. Dadurch wird der Stoff insbesondere für junge Zuschauer zugänglich gemacht.

Mit Rückblenden und historischen Bezügen spannt Folman eine Brücke zwischen der Judenverfolgung und aktuellen Formen von Verfolgung und Ausgrenzung. Explizit setzt er Parallelen zu Geflüchteten von heute, etwa in einer Szene, in der ein dunkelhäutiges Kind von der Polizei abgeführt wird. Diese Verknüpfung gipfelt in einem Finale, das von Erwachsenen womöglich als naiv kritisiert wird, das aber gerade für Jüngere eine klare Botschaft transportiert. Ein Menschenleben zu retten, hat oberste Priorität. Insgesamt ist der Film ein mutiges, kluges und poetisch-visuelles Werk, das Anne Frank und ihre zeitlose Botschaft behutsam und wirkmächtig in die Gegenwart holt.

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Fokus
Mindestalter
ab6 Jahre
Dauer
1 Stunde 40 Minuten
Veranstaltungssprache

Deutsch

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