In der Silvesternacht 1990/91 wurde in Rosdorf der 21-jährige Alex Selchow von rechtsextremen Skinheads überfallen. Er starb an zahlreichen Stichverletzungen. Seit 2022 gibt es in Rosdorf einen Rundweg, der an Alex erinnert. Zum Weg gehören auch Videoaufzeichnungen von Gesprächen, die Jugendliche mit Zeitzeug*innen führten. Während der Führung werden ausgewählte Stationen des Erinnerungswegs besucht, der historische Kontext ("Baseballschlägerjahre") erläutert und die Bedeutung von Erinnerungskultur für die Demokratie diskutiert.
Bitte melden Sie sich für die Führung an unter info@alexander-selchow.de
Die Teilnahme ist kostenfrei.
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Rosdorf: Erinnerungsweg für den 1991 von Nazis ermordeten Alexander Selchow
Alexander Selchow wird 1991 in Rosdorf bei Göttingen von Nazis ermordet. Nun erinnern Gedenktafeln im Ort an ihn und seine Geschichte.
Rosdorf – Ein Erinnerungsweg für den Rosdorfer Alexander Selchow ist mit etwa 80 Teilnehmern eröffnet worden. An zehn Standorten im Ort erinnern nun Gedenktafeln an den 1991 ermordeten jungen Mann. Per QR-Code können Besucher vor Ort Videos aufrufen, in denen Familie und Freunde an ihn erinnern. So soll der Mensch und die Gewalttat nicht in Vergessenheit geraten.
Ein Jahr lang hat eine Gruppe aus Rosdorfer Politikern und Bürgern die Geschehnisse rund um Alexander Selchows Tod in der Silvesternacht 1990/1991 aufgearbeitet. Damals war der 21-jährige Antifaschist auf seinem Heimweg von zwei Rechtsextremen mit einem Messer angegriffen worden und starb an seinen Verletzungen im Krankenhaus.
„Wir möchten rechte Gewalt sichtbar machen“, erklärte Projektleiter Karsten Knigge bei der Einweihungsfeier im Familienzentrum. Das Projekt sei ein Versuch, neonazistische Morde als Teil einer Erinnerungskultur zu denken. Es sei wichtig, jede Form von Gewalt zu benennen und sich dagegen auszusprechen, sagte Benjamin Menge, Mitglied der Arbeitsgruppe.
Nach 30 Jahren können sich nur noch die Rosdorfer an Alexander Selchow erinnern, die ihn selbst gekannt haben. Damit auch die nächste Generation die Gewalttat nicht vergisst, wurden Abiturienten in das Projekt einbezogen. Die jungen Menschen, die heute etwa im selben Alter sind wie Alexander Selchow damals war, zeigten sich emotional von den Zeitzeugen-Interviews berührt. „Wie viel Gewalt die Norm war, hat mich geschockt“, sagte eine Teilnehmerin. Eine andere sagte, sie habe mit den Zeugen geweint.
Die daraus entstanden Videos sind fünf bis 30 Minuten lang und können per Smartphone an den Gedenktafeln im Ort angesehen werden. Sie befinden sich am Grab von Alexander Selchow, am Tatort in der Friedensstraße, an der Bushaltestelle Spickenweg, am ehemaligen Jugendtreff Rischenweg, an der Rückseite des Rewe-Marktes, am Gemeindezentrum, am Jugendzentrum Am Plan, am Kriegerdenkmal, am ehemaligen jüdischen Friedhof und der Grillhütte am Wartberg. Die Videos sind auch unter alexander-selchow.de abrufbar.
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