Etwa 13,5 Millionen Menschen müssen während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit in Nazi-Deutschland leisten. Menschen aus den Gebieten der Sowjetunion und aus Polen leiden dabei unter besonders schweren Arbeits- und Lebensbedingungen, für sie gelten rassistische Sondergesetze. Nach dem Krieg wird die zivile Zwangsarbeit im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess als „Sklavenarbeit“ definiert. Die Anklage benennt sie als ein zentrales Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten. Doch schon bald darauf gerät dieses Verbrechen in Vergessenheit. Die Täter*innen werden im Regelfall nicht bestraft. Der Workshop befasst sich mit einem der wenigen Gerichtsverfahren, in denen Deutsche für die Behandlung ziviler Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener in einem südniedersächsischen Betrieb zur Verantwortung gezogen wurden.
Der Ablauf:
Phase 1: Erkundungstour "Einsatzorte der Zwangsarbeit" (Beschreibung oben) durch die Ausstellung: Die Teilnehmenden lernen Einsatzorte der Zwangsarbeit kennen und erfahren, in welchen Branchen Zwangsarbeiter*innen in der Region eingesetzt wurden. So bekommen sie ein Gespür für die Vielgestaltigkeit und Allgegenwart der Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland.
Phase 2: Quellenarbeit in Kleingruppen: Mithilfe von Reproduktionen, Abschriften und Übersetzungen originaler Dokumente aus einem Warschauer Archiv rekonstruieren die Teilnehmenden – fast wie Forschenden – den Strafprozess, der nach Kriegsende gegen zwei Beschäftigte eines metallverarbeitenden Unternehmens aus Uslar geführt wurde. Anhand des Gerichtsverfahrens erfahren die Teilnehmenden, welchen Arbeits- und Lebensbedingungen die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen in diesem Unternehmen ausgesetzt waren. Sie beschäftigen sich mit dem Ablauf eines Strafprozesses und setzen die verschiedenen Perspektiven der Beteiligten in Beziehung zueinander.
Phase 3: Gruppendiskussion und Zusammenfassung: Die historischen Dokumente werden gemeinsam zugeordnet und ausgewertet. Es werden Fragen zu Gewalt und Unrechtsregime, Gerechtigkeit und Bestrafung diskutiert, die je nach Interesse bzw. Schul-/Studienfach der Gruppe (Geschichte, Philosophie etc.) angepasst werden können. Abschließend wird über NS-Zwangsarbeit reflektiert und damit der Fokus wieder auf die Betroffenen gelenkt.
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Mindestzahl an Teilnehmenden: 15 Personen
Historische Vorkenntnisse: erwünscht
Der Workshop kann zeitlich auf 4 x 45 Minuten angepasst werden.
Kosten: 60 € pro Gruppe (inkl. einem Ausstellungskatalog pro Person)
Alle Gruppen erhalten eine Einführung in die Ausstellung | ca. 10 Minuten.
Für Schulklassen und Jugendgruppen ist eine Anmeldung vor dem Besuch der Ausstellung erforderlich!
Bitte per Mail an info@zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu oder telefonisch unter 0551 / 29 34 69 01
https://zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu/de/ausstellung-vor-ort/angebot…
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