Im Zweiten Weltkrieg mussten Hunderttausende Menschen aus Frankreich in Deutschland Zwangsarbeit leisten. Anfangs waren es Kriegsgefangene, dann Zivilist*innen, die zum Teil jahrgangsweise über den eigens geschaffenen „Service du travail obligatoire“ (STO) zum Arbeitseinsatz im Reich verpflichtet wurden. Auch Menschen, die aufgrund der NS-Ideologie verfolgt oder als Mitglieder des Widerstands verhaftet wurden, wurden in Konzentrationslagern zur Arbeit gezwungen. In Südniedersachsen kamen Zwangsarbeitende aus Frankreich zum Beispiel in der Rüstungswirtschaft, bei der Reichsbahn, im Handwerk und in Steinbrüchen zum Einsatz.
Die Führung gibt zunächst einen Überblick über die politische und wirtschaftliche Lage während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich. Sie stellt dar, wie die deutsche Besatzungsherrschaft bei der Zwangsrekrutierung von Arbeitskräften vorging und welche Rolle das mit Deutschland kollaborierende Vichy-Regime dabei spielte. Im Mittelpunkt aber stehen Menschen aus Frankreich, die in Südniedersachsen Zwangsarbeit leisten mussten, ihre Einsatzorte und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen. Auch die Zeit nach 1945 wird in den Blick genommen. Die Führung geht dabei über das hinaus, was in der Ausstellung bereits an Informationen zu diesem Thema zu finden ist.
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